Mundwerk 1.2 — freihändig diktieren und automatische Absätze
23.06.2026 · Erstellt von Björn Kindler
Als ich Mundwerk 1.0 ausgeliefert habe, standen zwei Dinge ausdrücklich auf der Roadmap und nicht in der App. Beide sind jetzt drin. Was sich über 1.1 und 1.2 geändert hat — und der kleine Fehler, den ich mir beim Ausliefern geleistet habe.
Halten zum Sprechen war der falsche Standard für lange Texte
Mundwerk 1.0 war Push-to-Talk: Hotkey halten, sprechen, loslassen. Perfekt für einen schnellen Satz, anstrengend für einen Absatz. Darum bringt 1.2 einen Umschalt-Modus — einmal den Hotkey drücken startet die Aufnahme, erneutes Drücken stoppt sie. Die Hände bleiben auf der Tastatur, oder ganz davon weg, so lange du sprechen willst. Halten bleibt Standard; Umschalten liegt einen Schalter entfernt in den Einstellungen → Hotkey.
Pausen wurden zu Satzzeichen
Sobald man minutenlang am Stück diktiert, braucht das Ergebnis Struktur. Im Umschalt-Modus liest Mundwerk jetzt deine Pausen: eine kurze Pause setzt ein Leerzeichen, eine längere beginnt einen neuen Absatz. Pausenlänge und Absatz-Stil (Umbruch oder Leerzeile) wählst du selbst. Aus einer Textwand wird so etwas, das man wirklich zurücklesen kann — ohne mitten im Gedanken zur Tastatur zu greifen.
Das richtig hinzubekommen war vor allem ein Problem der Stille-Erkennung. Die erste Fassung maß Pausen unzuverlässig, also landeten die Absätze an den falschen Stellen — das ist behoben, und Wortanfänge direkt nach einer Pause werden nicht mehr abgeschnitten.
Diktiersprache wählen
1.1 hat einen ausdrücklichen Sprach-Wähler bekommen — Deutsch, Englisch oder Automatisch. Deutsch bleibt Standard und ist für deutsche Diktate mit englischen Fachbegriffen optimiert; Englisch ist für rein englische Diktate da, etwa Prompts für KI-Tools; Automatisch erkennt pro Diktat. Ein nützliches Detail: Bei fest eingestelltem Deutsch übersetzen die kleineren Modelle ein englisches Diktat manchmal ins Deutsche — Large v3 Turbo ist hier deutlich robuster, wenn du oft die Sprache wechselst.
Schnell genug ausliefern, um etwas zu zerbrechen
Mundwerk aktualisiert über EdDSA-signierte Sparkle-Deltas, nicht über den App Store — genau, damit ich schnell sein kann. Die ehrliche Kehrseite zeigte sich hier: 1.2.0 ließ im Umschalt-Modus den zuletzt diktierten Text und die „Korrigieren"-Schaltfläche stillschweigend verschwinden, weil die Aufnahme-Sitzung endete, bevor die Transkription fertig war. 1.2.1 brachte beides einen Tag später zurück. Schnelle Updates schneiden in beide Richtungen — der Fix war am nächsten Morgen draußen, und das ist der Vorteil, wenn man den Kanal selbst besitzt.
Wohin von hier
App und Dokumentation gibt es auf mundwerkapp.de, eine kurze Übersicht hier auf der Mundwerk-Seite. Noch auf der Liste: eine englische Oberfläche und Streaming-Teiltranskripte schon während des Sprechens.
Mundwerk ist ein Ein-Personen-Projekt. Feedback hilft.