Druckkosten gebaut — ein Kalkulator für den Mac in 13 Sprachen
17.04.2026 · von Björn Kindler
Eine Mac-App für Druckereien, Copyshops und Werbeagenturen. Lokal, SwiftData, PDF-Angebote — und ja, sie spricht wirklich 13 Sprachen. Notizen zur Entstehung von v1.
Warum die App existiert
Druckereien kalkulieren Angebote bis heute in Excel. Ich saß neben einem Freund, der eine kleine Druckerei betreibt, und sah ihm zu, wie er einen Auftrag über zweitausend Flyer per Hand kalkuliert hat — Papierpreis, Tonerreichweite, Finishing, Gewinn pro Auflage — zum fünften Mal in der Woche. Die Zahlen stimmten. Die Wiederholung war das Problem.
Druckkosten ist die Antwort auf diese Szene. Du legst Papiersorten, Drucker (mit Patronenpreis und ISO-Reichweite), Arbeitsschritte und deine Gewinn-Staffel einmal an. Jeder weitere Auftrag ist eine Vorlage-Kalkulation: Auflage tippen, Stück- und Gesamtpreis aktualisieren sich live, ein druckreifes PDF-Angebot fällt am Ende heraus. Aus zehn Minuten pro Angebot wird unter einer.
Warum lokal
Druckereien arbeiten mit Kundendaten — Namen, Adressen, Dateinamen, die andeuten, was im Auftrag drinsteckt. Solche Daten haben in einer Cloud-Sync-Schicht nichts verloren, die sie nicht braucht. Druckkosten speichert deshalb alles in einer SwiftData-Datenbank im App-Sandbox auf deinem Mac. Kein Account. Keine Telemetrie. Time Machine und iCloud Drive übernehmen das Backup kostenlos.
Nebeneffekt: Die App funktioniert offline auf einer schlecht angebundenen Druckerei-Werkbank und startet sofort. Es gibt keinen Login-Bildschirm, weil es keinen Login gibt.
Warum 13 Sprachen
Eine Nischen-Mac-App nur auf Deutsch zu verkaufen ist eine harte Decke. Lokalisierung in SwiftUI ist überwiegend ein Disziplin-Problem: jeder Text in den Catalog, keine hartcodierten Strings, keine String-Konkatenation. Apples Tooling übernimmt den Rest — aber die Disziplin muss von Anfang an stehen.
Die App ist auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Polnisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Finnisch und Tschechisch erschienen. Zahlen- und Währungsformate kommen automatisch aus dem Locale. Die App-Store-Metadaten mussten pro Sprache verfasst und gegengelesen werden. Das Übersetzen selbst war die kleinere Hälfte; die App-Store-Screenshots in jeder Sprache waren die größere.
Angebot-Layout
Das PDF wird mit PDFKit auf dem Mac gerendert. Das Layout ist bewusst nüchtern: monospaced Zahlen in einer Spalte, Gewinn-Zeile unten, Gesamtsumme in der Ecke. Niemand auf Empfänger-Seite hat je nach einem aufwändigeren Angebot gefragt. Sie haben nach einem Angebot gefragt, das sich gegen drei andere vergleichen lässt, ohne die Augen zusammenkneifen zu müssen.
Was nicht in v1 ist
Individuelles Branding (Logo, Firmenfarben) für das PDF-Layout. Es ist schon jetzt die häufigste Anfrage und wird in einem Point-Release landen, sobald das Datenmodell sauber dafür ist. Ich habe bewusst ohne diese Funktion ausgeliefert, statt eine halbgare Version mit auszuliefern.
Zweiter zurückgestellter Punkt: Mehrbenutzer-Sync. Druckereien mit zwei Arbeitsplätzen wollen Papiersorten und Drucker-Definitionen teilen. Local-first schließt das nicht aus; iCloud-basiertes SwiftData-Sync ist der naheliegende nächste Schritt. v1 bleibt Single-Mac, weil das der Form meiner Kundschaft entspricht.
Wo nachschauen
Die Produkt-Seite liegt unter /de/apps/druckkosten/. Die App ist im Mac App Store für 0,99 € — einmalig, alle 13 Sprachen freigeschaltet, Updates inklusive. Kein Abo, keine In-App-Käufe. Feedback ist Gold wert; das ist ein kleines Ein-Personen-Projekt, das aus dem wächst, was Druckerei-Mitarbeiter wirklich brauchen.